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Die Pilastri oder das Aquädukt

von Raffaele Castagna

Wenn man die lange Strasse hinaufsteigt, die von der Gemeinde Ischia nach Barano führt, sieht man sich in der Nähe von S. Antuono eine Anzahl von Bögen in doppelter Anordnung gegenüber, welche die Höhenrücken von Fiaiano mit den Ausläufern des Monte dei Vezzi verbinden. Auf den ersten Blick erinnert die violett gefärbte wuchtige Mauerkonstruktion an ein römisches Aquädukt. Und wirklich halten viele die "Pilastri" für ein Werk aus römischer Zeit und bringen damit den Statthalter Orazio Tuttavilla, der das Werk im 16. Jahrhundert begann, und Mons. Girolamo Rocca, Bischof von Ischia, welcher es zu Ende führte. Der beim Bau verwendete Bimsstein wurde aus den vulkanischen Höhlen gewonnen, die beim Ausbruch des Epomeo vom 18. Januar 130 entstanden waren. Auf der Fassade des antiken Rathauses in Ischia Ponte, wo auch die öffentliche Uhr schlägt, befindet sich eine beschriftete Marmortafel, welche an das Ereignis erinnert, als das Wasser von der weit entfernten Quelle von Buceto zum ersten Mal ins Zentrum von Ischia gelangte, jedoch die vom Statthalter Tuttavilla und Mons. Rocca geleistete Arbeit wurde nach zwei Meilen unterbrochen..
Zu Ehren Gottes, des Allmächtigen, die Anführer von Ischia gaben dessen Bürgern das Wasser, die es gebrauchten und sich daran erfreuten, indem sie es auf Staatskosten von der Quelle von Buceto über vier Meilen hinweg herbeiführten und zum Schmuck ein Becken aus Travertinstein anbrachten in Richtung des grossen Turms, wo die Versammlungen abgehalten wurden und eine Uhr beigefügt ist. Im Jahr 1759.
BUCETO ist eine der vielen wohltätigen Quellen von Frischwasser, die auf den Anhöhen der Insel entspringen. Sie fliesst dicht beim Monte Rotaro vorbei. Wegen der durch das Erdbeben bedingten Erdbewegungen hatte die Gemeinde von Ischia die einzige und alte Quelle verloren, (sie war vom Meer verschlungen worden),von welcher auch die Bewohner des Kastells ihr Wasser bezogen hatten. Dies war die Quelle, welche längs des Strandes von Cartaromana hervorsprudelte. Um für die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung vorzusorgen, gedachte man, das Wasser von Fiaiano aus der Quelle von Buceto kommen zu lassen trotz der Distanz von vier Meilen (die Meile entsprach in Neapel vor dem Jahr 1861, km1,865).
Die Arbeiten wurden im Jahr 1590 unter der Führung von Orazio Tuttavilla, dem damaligen Statthalter der Insel, begonnen doch nach der Fertigstellung von zwei Meilen wurde das Werk stillgelegt. Nach ungefähr 80 Jahren übernahm Mons. Girolamo Rocca, Bischof von Ischia, die schwierige Aufgabe, den Bau aus alleiniger persönlicher Initiative und unter ungeheuern Opfern zu Ende zu führen. Ein unvorhergesehener Irrtum verzögerte die Ankunft des so sehr erwünschten Wassers. Es war zunächst nur die erste Reihe der Bögen gebaut worden, auf welchen die Kanäle für den Fluss des Wassers installiert waren. Der starke Druck verursachte den Bruch der Leitungen aus gebranntem Ton. Es wurde deshalb schnellstens der Bau einer zweiten Bogenreihe angeordnet und zugleich wurden die Kanäle verbessert.
Mons. Girolamo Rocca hatte die Genugtuung, noch vor seinem Tod (1692) zu sehen, wie das Wasser allerdings auf sehr rudimentäre Art und Weise im Zentrum von Ischia hervorsprudelte. Erst im Jahre 1759 wurden zwei Brunnen auf dem Platz des Borgo Celso, hinter der heutigen Kathedrale errichtet, woran auch die oben zitierte Inschrift erinnert.